Ein Waliser betreibt in seinem Gartenhaus eine DB-Anlage

Bahnhof Rotstein very british

Die Epoche III nach DB-Vorbild hat sich Dave Sallery als Anlagenthema für seine 400 cm x 120 cm messende H0-Anlage ausgesucht. Das Ergebnis ist erstaunlich: handlich, bedienfreundlich und originell in der Gleisplanung. Es ist ein Objekt, das nach dieser Grundidee direkt zum Nachbauen animiert.
Am rechten Bahnhofskopf führt die Strecke durch die linke Tunneleinfahrt zum höher gelegenen, zweigleisigen Abstellbahnhof; die rechte untere Tunnelstrecke führt zur Schiebebühne. © Werner Knopf

Rund um seine Anlagenidee dachte sich Dave Sallery eine Story aus; sein Freund Werner Knopf übersetzte sie aus dem Englischen. Rotstein ist demnach eine kleine Stadt in Süddeutschland, genauer: im Badischen. Das Städtchen liegt am Rotbach. Landwirtschaft, Weinbau, Forstwirtschaft und Steinbrüche finden sich hier.

Die Bahn erreichte Rotstein schon 1860. Einige Jahre später wurde noch eine kleine Neben - strecke ausschließlich für den Güterverkehr zu den Steinbrüchen und einer nahe gelegenen kleinen Stadt eröffnet. Natürlich ist das alles Fiktion, wie das bei Modellbahnanlagen gewöhnlich der Fall ist.

Sicherlich ist es etwas ungewöhnlich, dass ein im britischen Northwales lebender Modellbahnfan seine H0-Anlage nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbahn baut – aber bekanntlich ist bei Modelleisenbahnern ja so gut wie nichts unmöglich.

Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen: Die rund 400 cm x 120 cm große Anlage kann, wenn es denn bei einem Umzug einmal sein müsste, in der Mitte geteilt werden. Die beiden Teile sind nicht nur mechanisch, sondern über zwanzig einzelne Steckverbindungen auch elektrisch miteinander verbunden.

Fortsetzung hinter der Kulisse

Ein besonderes Kennzeichen der Anlage ist die über die gesamte Länge mittig geführte Hintergrundkulisse, die an den Enden ausgerundet nach vorn ausläuft. In diesem sichtbaren Bereich befindet sich ausschließlich der großzügig wirkende Durchgangsbahnhof mit kleinem Bahnbetriebswerk und Güteranlagen – gelegen auf einem Niveau etwa drei bis vier Zentimeter höher als der hintere Anlagenteil. Links und rechts verschwinden die Gleise im Bogen durch Tunnel und die Kulissen hindurch in den hinteren Anlagenbereich, der die Abstellgleise aufnimmt. In diesem verdeckten Bereich befindet sich eine zweite Besonderheit der Anlage: eine sechsgleisige, von Hand betriebene Schiebebühne für bis zu 180 cm lange Zuggarnituren.

Diese originelle Lösung aus gestaltetem Anlagenteil und Schattenbahnhof hinter der Kulisse erfordert allerdings am hinteren Teil einen Abstand der Anlage von der Wand von wenigstens 50–60 cm. Doch Anlagenbediener Dave Sallery steht sowieso meist an dieser Stelle, um die Schiebebühne zu betätigen und um das hier platzierte Bedienpult zu erreichen. Neben der Schiebebühne befinden sich rechts und links fortgeführte Abstellgleise, die vornehmlich zum Abstellen von Loks dienen. So kann ein Zug beispielsweise von links auf die Bühne fahren, seine Lok kuppelt ab, von der anderen Seite kuppelt eine andere Lok an, und der Zug kann in umgekehrter Fahrtrichtung wieder zum Bahnhof fahren. Das jeweils in Fahrtrichtung liegende Bühnengleis wird über Federkontakte mit Fahrstrom versorgt.

Gleismaterial aus dem Mutterland

Das Gleismaterial stammt von Peco (Code-75- Schienen mit 1,9 mm Profilhöhe); alle Weichen werden von der Anlagenrückseite aus über Bowdenzüge mechanisch gestellt, so dass Betriebspannen aufgrund elektromechanischer Macken so gut wie ausgeschlossen sind. Der Betrieb wird analog gesteuert und ist elektrisch in drei Abschnitte unterteilt: Der Hauptregler steuert alle Fahrstrecken auf der Anlage, während ein zweites Fahrpult für Güterbahnhof, Bahnbetriebswerk und die Nebenstrecke zu ständig ist.

Die innere, leicht ansteigende Nebenstrecke führt nach rechts durch einen Tunnel zu den höher gelegenen Gleisen eines zweigleisigen Abstellbahn- Ein wenig Weinbau hat sich in der linken Anlagenecke oberhalb des Güterbahnhofs angesiedelt, wo natürlich der „Rotsteiner“ reift. hofs für Triebwagen und Kurzzüge. Um die Steigung bewältigen zu können, beginnt sie gleich hinter der doppelten Kreuzungsweiche, während die Hauptstrecke hinter der Kulisse auf das Niveau Null der Schiebebühne abgesenkt wird.

Platz auch für große Loks

Die landschaftliche Gestaltung im vorderen Sichtbereich der Anlage ist überschaubar. Über zwei Drittel der Anlagenlänge schlängelt sich ein kleiner Fluss. Links davon deuten einige landschaftstypische Gebäude die Ortschaft an. Ein Weingut oberhalb der linken Tunneleinfahrt sorgt für das zur Gegend passende Umfeld. Im rechten Bereich findet sich ein kleiner Bauernhof. Der Bahnverkehr auf der sekundären Hauptbahn wird aus einem Mix von durchgehenden Schnellzügen und dort haltenden Personen- und Güterzügen angefahren, wobei die angenommenermaßen steilen Strecken um Rotstein die Begründung dafür hergeben, dass auch mal größere Loks zum Einsatz kommen.

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