Die Geschichte des Bahnhof Altona: Vielseitiger Endpunkt

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Kopfbahnhof mit viel Verkehr

Altona Hauptbahnhof war nun Start und Ziel vieler wichtiger Fernzüge, und auch alle Züge aus Husum, Flensburg und Kiel endeten hier oder wendeten, wenn sie bis Hamburg weiterfuhren. Zur Steuerung dieses neuen Verkehrsknotens wurde 1913 ein elektromechanisches Brückenstellwerk über die mittleren Gleise errichtet (das 1943 zerstört wurde). In den 1930er Jahren verzeichnete der Fahrplan der Deutschen Reichsbahn bereits über 100 Abfahrten.

1937 wurde Altona durch das Groß-Hamburg- Gesetz der Hansestadt zugeschlagen. Der neue Bahnhofsname lautete nun Hamburg-Altona. Die in dieser Zeit geplanten gigantischen Stadtumbauten sahen vor, dass anstelle des Kopfbahnhofs neue Durchgangsstationen in Langenfelde und ein Bahnhof Hamburg-West etwa beim Kaltenkircher Platz gebaut werden sollten. Die Vorortbahn – seit 1938 als S-Bahn bezeichnet – sollte über eine Hochbrücke direkt von Altona nach Harburg fahren und unterirdisch auch die geplanten Hochhausviertel am Elbufer erschließen.

Realisiert wurde davon ab 1940 nur die Umstellung der S-Bahn von Wechselstrom-Fahrleitung auf Gleichstrombetrieb mit seitlicher Stromschiene. Kriegsbedingt verließ erst 1955 die letzte Wechselstrom-S-Bahn den Altonaer Bahnhof.

Die schweren Flächenbombardements des Zweiten Weltkriegs haben das alte Altona zu großen Teilen zerstört, und auch der Kopfbahnhof wurde schwer beschädigt. Das Brückenstellwerk Ao brannte aus und wurde später durch ein kleineres, schlichtes Gebäude ersetzt.

Kaufhaus-Bahnhof von 1979

In den 1950er Jahren wurde das Empfangsgebäude vereinfacht wiederhergestellt, der Westflügel 1958 bis 1963 als Stahlskelett-Konstruktion mit Ziegelverblendung im Stil der Zeit sogar neu gebaut. Trotzdem galt der Bahnhof als eines der letzten Wahrzeichen des alten Altona, so dass die Be - völkerung intensiv, aber vergeblich gegen den 1974 erfolgten Abriss des Gebäudes im Zuge des S-Bahntunnel-Baus kämpfte.

Ein neues Empfangsgebäude aus Betonfertig - teilen mit integriertem Kaufhaus wurde 1979 eröffnet und 2006 modernisiert. Anstelle der Bahnsteighallen- Konstruktion erhielten die vier Fernbahnsteige einfache Dächer. Dort wo sich früher die drei als Spitzkehre genutzten Bahnsteiggleise der S-Bahn befanden, liegt heute die Rampe zur viergleisigen S-Bahn-Tunnelstation und zum City- Tunnel.

Eine Besonderheit von Hamburg-Altona ist die Beladung der Autozüge: Dafür können die Pkw von Osten über einen dann abgesperrten Teil des Querbahnsteigs direkt durch den Bahnhof an den Zug fahren. Die DB AG hat aber angekündigt, bis 2017 den Autozugverkehr in Deutschland einzustellen, was auch das Ende der Verbindungen von Hamburg nach Lörrach, München und Wien bedeutet.

Bw auf der Höhe der Zeit

Auf der östlichen Seite des ausgedehnten Gleisvorfeldes befand sich bis 1996 der umfangreiche Güterbahnhof mit zahlreichen Ladegleisen und Güterhallen. In der Mitte des Gleisvorfeldes war seit 1895 das große Bahnbetriebswerk Altona angeordnet, das sich aus den ersten Lokbehandlungsanlagen seit 1844 entwickelte.

Um 1895 wurden ein Wasserturm und ein neuer Doppelringlokschuppen mit 57 Ständen angelegt, der über zwei 16,5 m lange Drehscheiben erreicht wurde. Etwa 1907 mussten die Drehscheiben für die längeren Schnellzugloks auf 20 m und 18,2 m verlängert werden. Auch später wurden die Bw- Anlagen immer wieder der technischen Entwicklung angepasst.

Für die seinerzeit neuen und längeren Einheitsschnellzugloks wurden 1927 die Drehscheiben auf 23 m verlängert. Dabei entstand eine Altonaer Spezialität: Um die bestehenden Schuppen weiterhin anschließen zu können, überschnitten sich die Laufkränze der beiden Drehscheiben, so dass stets nur eine bewegt werden konnte.

Heimat für Dampf und Diesel

1928 erhielt Altona für den Berlin-Verkehr erste Einheitsloks der Baureihe 01, ab 1931 dann die 03. Aber auch die preußischen S 10 und P 8 (spätere Baureihen 17 und 38) waren hier stationiert, neben den Tenderlok-Gattungen T 11, T 12 (später 74), T 14 (93) und T 18 (78). Später kamen auch Stromlinienloks der Baureihen 0310 und 05 nach Altona.

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