Die Geschichte des Bahnhof Altona: Vielseitiger Endpunkt

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1932 entstand eine Triebwagenhalle, die zunächst die Schnelltriebzüge „Fliegender Hamburger“ bzw. verwandte Baureihen (SVT 137, später VT 04 und 06) beheimatete. Ab 1953/54 wurde Altona zur Heimat der DB-Baureihen VT 08.5 bzw. VT 12.5. 1955 wurde ein neuer Triebwagenschuppen mit Drehgestellsenke, 12-t-Kran und 25-t-Hebeböcken gebaut, in den ab 1957 auch der VT 11.5 für den TEE-Verkehr einzog. Diese Triebzug-Baureihe blieb bis 1981.

Mitte der 1950er Jahre begannen auch Dieselloks zunächst der Baureihen V 200, V 60, V 160 und V 65, die Dampfloks im Bw Altona zu verdrängen. Für sie wurde 1956 eine Dieseltankstelle gebaut. 1958 waren nur noch fünf Dampfloks der Baureihe 03 sowie 13 Loks der Baureihe 744und acht 780 stationiert, doch nutzten auch die in Hamburg wendenden Loks anderer Dienststellen die großen Bw- Anlagen. Exoten waren dabei die DR-Schnellzugmaschinen der Baureihe 015 des Bw Wittenberge, die letztmals 1973 mit Zügen des Berlin-Verkehrs nach Altona kamen. Zuletzt beheimatete das Bw bis Herbst 1972 die Baureihe 012 (ölge feuerte 0110).

Seit 19'5 unter Strom

Durch die Elektrifizierung der Strecken Hannover– Hamburg 1965 bzw. Bremen–Hamburg 1968 kamen Elloks ins Bw Altona, dessen regelmäßigen Dampflokeinsätze sich danach auf die seinerzeit nicht elektrifizierten Strecken in Schleswig-Holstein beschränkten, bis am 30.9.1972 die 012 102 vor einem Reisezug aus Westerland den plan - mäßigen Dampfbetrieb des Bw Hamburg-Altona beendete.

Die um 1950 nochmals umgebaute Bekohlungsanlage wurde 1967 abgerissen; 1973 verschwand auch die Ölbetankungsanlage. Nachdem immer mehr Aufgaben nach Hamburg-Eidelstedt verlagert worden waren, wurde das Bw Altona am 31.12.1982 geschlossen. Der Ringlokschuppen wurde abgerissen und die Gleisanlagen bis 1991 noch zum Abstellen genutzt. Die Drehscheiben verschwanden um die Jahrtausendwende. Erhalten ist heute nur noch der 1955 erbaute markante Wasserturm aus Stahlbeton, der wie auch Teile des Güterbahnhofs unter Denkmalschutz steht.

Bis zur Inbetriebnahme der Oberleitung auf der Strecke nach Kiel 1995 blieb Altona ein wichtiger Umsteigebahnhof mit viel Rangierbetrieb durch die hier endenden Fernzüge aus dem Süden und den Regionalzügen nach Schleswig-Holstein. Seitdem fahren viele durchgehende Züge aber an Altona vorbei.

Wie in em 1/15 dargestellt, sollen ab 2023 endende Züge vom neuen Durchgangsbahnhof beim Diebsteich direkt in die Betriebsanlagen von Langenfelde und Eidelstedt weiterfahren können. Neu werden alle Züge nach Holstein aber wieder im Stadtteil Altona halten.

Text: Frank Muth

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