Schienenhöhe nach NEM-­Norm gestalten

Fahren auf niedrigem Profil - Vorbildgerechte Schienenhöhe

Noch vor einigen Jahren stand bei der Modelleisenbahn der Spielbetrieb – selbst bei vielen Erwachsenen – im Vordergrund. So gestalten Sie die Schienenhöhe nach NEM-­Norm.
Schienenhöhe nach NEM-­Norm gestalten: Vorbildgerechte Schienenhöhe © Eisenbahnmagazin

Die Spurkränze der Fahrzeuge und folglich auch die Höhe der han­dels­üb­lichen Schie­nen­pro­file waren letztendlich gegenüber dem Vorbild extrem stark über­di­men­sio­niert.

Noch heute sind H0-Gleise nach NEM-­Norm im Gebrauch, die eine Pro­fil­höhe von rund 2,5 mm aufweisen. Umgerechnet würde so eine Schie­nen­höhe des Vorbilds von 217,5 mm entstehen.

Tatsächlich mißt aber selbst die stärkste DB-Schiene der Bauart UIC 60 von Kopf bis Fuß nur 172 mm. Für den Maßstab H0 ergibt sich daher eine Profilhöhe von 1,98 mm.

Der überwiegende Teil des Schienennetzes ist beim Vorbild jedoch nur mit Schienen der Bauart S 54 ausgestattet. Die Original-­Profilhöhe beträgt 154 mm, im Maßstab 1:87 demnach nur 1,78 mm. Diesem Wert entsprechen bei der Modellbahn Gleise nach der Norm „Code 70“, die ursprünglich aus Amerika stammt.

Einige Anbieter haben Gleissysteme nach dieser Norm in ihrem Angebot, die jedoch ein gemeinsames Problem heraufbeschwören: Die Spurkränze sämtlicher Großserienmodelle sind zu hoch.

Sie holpern über die Schie­nen­na­gel-­Imi­ta­tio­nen und machen einen Betrieb unmöglich. Dieser Umstand hat eider Konsequenzen: Man muß bei seinem Fahrzeugpark alle Räder nach RP-25-Norm abdrehen, was sich je nach Fahrzeugbestand zu einer "Lebensaufgabe" entwickeln kann sowie das nötige Werkzeug und Lehren voraussetzt.

Alternativ können alle Modelle in Fachwerkstätten abgedreht werden, oder man kauft für viel Geld Austauschräder und baut sie selbst in die Fahrzeuge ein.

Jomo-Jigs-Gleise

Teurer Rädertausch oder aufwendige Abdreh-Arbeiten können dank des Gleissystems „Jomo-Jigs“ entfallen, ohne auf den optischen Augenschmaus des zierlichen Code-70-Gleisprofils verzichten zu müssen.

Die Selbst­bau­gleise sind mit rund 1,8 mm hohen Neusilberprofilen aus­ge­stat­tet, die mit einem beiliegenden, speziellen Schnellkleber auf 0,8 mm dicken Holz­schwel­len­ros­ten befestigt werden.

Schienennägel, wie sie bei anderen Selbstbaugleissystemen üblich sind, entfallen ganz und sind daher auch kein Hindernis für normale Spurkränze. Die Firma Herkat vertreibt das System für die Spurweiten H0 und N.

Montage der Lehre

Der Bau der Gleise geht ohne größere Probleme über die Bühne. Die dem Grundsortiment beiliegende Montagevorrichtung besteht aus Kunststoff-Profillehren, die durch biegsame Drahtstücke miteinander verbunden werden.

Innensechskant-Schrauben dienen zur Sicherung der justierten Spann­vor­rich­tung. An beiden Enden der Montagelehre können Kunst­stoff­ösen aufgeklebt werden. Vor Baubeginn sollten jedoch die beiden Endstücke mit je einem Nagel auf einer Platte fixiert werden.

Gleisbau

Der Bau gerader Schienen ermöglicht das Kennenlernen des Jomo-Jigs-Systems: Zunächst lackiert man die Holzschwellen mit was­ser­lös­licher Farbe. Alternativ kann man sie auch mit Beize behandeln.

Die Gleisprofile werden mit einem Rostton angestrichen. Als Farben kommen was­ser­lös­li­che Plaka-Farben oder Kunstharzlacke z. B. von Humbrol oder Revell in Frage.

Vor dem Einlegen der Gleisprofile wird die Spann­vor­rich­tung mit Hilfe einer dem Bausatz beiliegenden Schablone exakt gerade ausgerichtet und mit den Innensechskant-Schrauben justiert. Die Schienenprofile werden vor dem Einbau mit einem Rostton angemalt.

Die eingelegten Profile werden vor dem Kleben mit feinem Schmirgelpapier von Farbe und anderem Schmutz befreit, gleichzeitig rauht man zur besseren Haftung des Klebers die Schienenunterseite etwas auf. Anschließend wischt man mit einem fusselfreien Tuch die Oberfläche sauber.

Nach dem Auftragen einer möglichst dünnen Schicht des Spezialklebers in der Länge eines Schwellenrostes legt man das Schwellenband auf die Gleise und preßt es etwa 20 Sekunden an.

Vorsicht ist jedoch bei dem Schwellenrost geboten: Das harte Holz erweist sich als sehr bruch­emp­find­lich. Gebogene Gleise entstehen nach dem gleichen Verfahren, allerdings gesellt sich ein weiterer Arbeitsgang hinzu: Die Verbindungsstege der Schwellenbänder müssen an der Kurven-Außenseite mit einer Laubsäge durchgetrennt werden, damit sich das Schwellenband der Biegung der Schienenprofile anpassen kann.

Bei Anschlußgleisen entfernt man je einen Steg unterhalb der Profile und lötet Kabel an.

Die Gleisradien werden mit Hilfe von zwei verschiedenen, beiliegenden Kurvenschablonen erstellt. Sie betragen entweder 370 oder 426 mm.

Vorbildorientierte Modellbahner werden jedoch die Montagehilfe nach eigenen Vorstellungen biegen, um großzügigere Radien zu erzielen und auch den Einsatz von Modellen zu ermöglichen, die wegen ihrer De­tail­lier­ung nur Gleisbögen mit weit größeren Durchmessern befahren können.

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