Halt an Beton - Moderner Bahnsteig aus Bausatzteilen leicht gebaut

Beton ist der Baustoff, der in der heutigen Zeit immer noch dominiert. Auch für den Bereich der Eisenbahn ist die betont zweckmäßige Bauweise mit Betonfertigteilen geeignet.
Halt an Beton - Leicht gebaut: Moderner Bahnsteig aus Bausatzteilen © Eisenbahnmagazin

Dies gilt insbesondere für moderne Bahn­steige und Bahn­steig­kanten. Wer auf der Modellbahn einen modernen Ein- und Ausstiegsbereich in Betonbauweise plant, findet bei Brawa die Nach­bil­dung einer Bahnsteigkante aus Kunststoff im Programm, die einer Fertig­teil­aus­füh­rung entspricht.

Die Kanten sind in etwa 20 cm lange Stücke gegossen und können beliebig oft aneinandergereiht werden. So las­sen sich mit diesen Bauteilen individuelle Bahnsteige in der ge­wün­sch­ten Länge, Form und Breite bauen.

Die einzelnen Betonsteine sind in den Kunststoff eingeprägt. Ab­schluss­kan­ten für das Ende eines Bahnsteigs und Seitenteile für schräge Auffahrten sind ebenfalls enthalten.

Die eigentliche Bahnsteigoberfläche kann man entweder aus Kunst­stoff­platten mit entsprechender Prägung nachbilden, oder aber man schüttet reichlich Sand auf, um einen einfachen Sandbahnsteig darzustellen.

Eine solche Verfüllung – oft auch mit Schotter oder Schlacke – fand man häufig bei Nebenbahnen.

Die Breite des Bahnsteigs setzt sich aus der Breite der Kantensteine zu­sammen und der mittig darin eingeklebten Bahn­steig­ober­flä­che. Vor der Verlegung der Gleise sollten deshalb Gleis­ab­stände und Bahnsteigbreite aufeinander abgestimmt werden.

Wer die Ober­fläche aus Beton oder Geh­weg­stei­nen nachbilden möchte, kann Kunststoffprägeplatten wie z. B. von Brawa mit einem Skalpell und einem Stahllineal in die entsprechende Breite zuschneiden. Um spätere Spalten zu vermeiden, sollten alle Teile unbedingt die gleiche Breite aufweisen.

Sind im Bahnhof Fußgängertunnel vorgesehen, muss auch der Zugang in Form einer Treppe am Bahnsteig nachgebildet werden. Solche Trep­pen­schä­chte bleiben manchmal bei handelsüblichen Bahn­steig­bausätzen übrig, lassen sich aus herkömmlichen Kunststoffplatten aber auch recht einfach selbst basteln.

Hierzu schneidet man den Treppenbereich aus den Ober­flächen­platten heraus und deutet die angrenzende Unterführung entweder mit oder ohne Ausschnitt in der Grundplatte an.

Das Aufstellen der Bahnsteige gelingt am einfachsten, wenn die Bauteile vorher montiert und anschließend als Ganzes auf die Modellbahn geklebt wer­den.

Man kann aber auch die Seitenteile neben den Gleisen befestigen und danach die Deckplatten einkleben. Klebeflächen, die die Montage er­leich­tern, sind an den Bahnsteigkanten vorhanden.

Im Bereich von Gleis­bö­gen oder Weichen bleibt nur die Möglichkeit, die Kantenteile zu zer­schnei­den und einzeln im Bogen geformt neben die Gleise zu kleben.

Tests mit langen Personenwagen geben Aufschluss darüber, ob die Bah­nsteig­kan­ten die Fahrzeuge nicht im Lauf behindern.

Die Deckplatten müssen dann jedoch passend zugeschnitten und beschliffen werden. Die hierbei kaum zu vermeidenden Spalten lassen sich im Anschluss daran leicht mit Spachtelmasse schließen.

Nachdem der Rohbau des Bahnsteigs abgeschlossen ist, sollten die Fugen zwischen den einzelnen Steinen mit Farbe hervorgehoben und gealtert wer­den. Hierzu eignen sich die Acrylfarben, wie sie in kleinen Döschen im Bastlerbedarf erhältlich sind.

Für die Steinbehandlung verwendet man Matt­schwarz, das mit der dazu passenden Verdünnung so stark verdünnt wird, dass die Flüssigkeit nicht den Kunststoff schwärzt, sondern lediglich in die Fugen läuft.

Die Bahnsteigkanten besitzen bereits die für Beton typische graue Farb­ge­bung. Auch die Steine der Bahnsteigfläche sind in Anlehnung an eine Vor­bild­variante in Grau gehalten; wahlweise kann man aber auch ein helles Ziegelrot verwenden.

Oft sind auch Steinreihen am Bahnsteigrand in einer anderen Farbe ausgeführt, um eine Warnfunktion auszuüben.

Um den Arbeitsaufwand zu verringern, sollten die Gleise erst eingeschottert wer­den, wenn der Bahnsteig fertiggestellt ist.

So kann man die Kante in den Schotter einarbeiten und erspart sich eventuelles Entfernen von be­reits aufgebrachtem Schotter, um mit dem Aufstellen des Bahnsteigs beginnen zu können.

Die passende Ausstattung muss auch vorhanden sein

Ein leerer Bahnsteig sieht auf der Modellbahn unrealistisch aus. Typisches Bahnsteigzubehör darf deshalb auch im Modell nicht fehlen.

Moderne La­ter­nen, die zum Bahnsteig passen und in einer einfachen Bohrung ein­ge­klebt werden können, finden sich im Brawa-Angebot. Die Bohrung sollte man aber bis durch die Grundplatte führen, um die Drähte für den elektrischen Anschluss hindurchfädeln zu können. Bänke, Mülleimer und Fahrpläne bleiben häufig bei anderen Bausätzen übrig, können also bei Vor­han­den­sein aus der Bastelkiste ergänzt werden.

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