Individuelle Farbbehandlung für Islandmoos - Keine falschen Töne

Das wohl am häufigsten verwendete Material, wenn es um die Darstellung von Bäumen, Büschen oder Bepflanzungen geht, ist das Islandmoos. Wir zeigen, wie Sie farblich den richtigen Ton treffen.
Keine falschen Töne: So färben Sie Islandmoos richtig © Eisenbahnmagazin

Alle namhaften Hersteller bieten das Islandmoos mittlerweile in allen nur erdenklichen Farbvariationen an. Mitunter sind aber die Farben viel zu grell und für den anspruchsvollen Modellbahner weniger geeignet.

Es gibt jedoch eine einfache Möglichkeit, das Moos selbst einzufärben und so den Farbton zu erlangen, der zur übrigen Landschaft passt.

Das Basismaterial besorgt man sich in einer Gärtnerei oder einem Floristikbetrieb. Ein Karton kostet etwa 30,00 EUR und reicht locker für eine 5-m2-Anlage, ist also deutlich preisgünstiger als das in kleinen Beuteln abgepackte Industriemoos.

Vor der Farbbehandlung schneidet man das Moos mit einem Küchenmesser in handliche Blöcke. Da das Moos mitsamt Bodenresten und Wurzeln geliefert wird, müssen die feinen Moospolster per Hand abgetrennt und vom übrigen Naturmaterial befreit werden.

Als nächstes werden die Wasserfarben individuell angemischt. Für einen matten Grünton verwendet man z. B. Grün, Gelb, Braun und einen Schuss Schwarz. In den mit 8 l Wasser gefüllten Eimer werden die Abtönfarben zugemischt.

Wichtig ist, dass die „Brühe“ am besten so dünnflüssig bleibt wie reines Wasser, da das Gemisch sonst verklumpen kann. Eine wichtige Komponente beim Einfärben von Moos ist Glyzerin, das man in kleinen Mengen in der Apotheke bekommt.

Es sorgt dafür, dass das Moos auch nach langer Zeit noch geschmeidig bleibt und an der Luft nicht sofort austrocknet. Das Verhältniss Farbgemisch zu Glycerin beträgt etwa 8:1.

Der Eimerinhalt wird nun unter kräftigem Rühren durchgemischt. Erst dann gibt man die Moospolster in den Eimer und rührt alles nochmals durch. Es sollte allerdings nur soviel Moos eingefüllt werden, dass man ohne größere Kraftanstrengung rühren kann.

Zur Einwirkung erhält das Gemisch eine eintägige Standzeit, bei der gelegentlich nochmals umgerührt wird. Farbabstufungen lassen sich übrigens durch kürzere oder längere Einwirkzeiten erzielen.

Beim Herausnehmen benutzt man Gummihandschuhe und drückt das Moos kräftig aus. Dann breitet man es zum Trocknen auf einem engmaschigen Gitter aus. Während der Trocknungsphase, die je nach Luft- oder Raumtemperatur 3-5 Stunden dauert, sollte das Moos ein paar Mal gewendet werden.

Anschließend geht es an die letzte Feinarbeit. Man wird feststellen, dass das Islandmoos bedingt durch die Restfeuchte, die auch nach dem Trocknen vorhanden ist, aufquillt.

Für ein gutes Ergebnis sollte man daher nur Moos mit feinsten Verästelungen verwenden, der Rest dagegen wird mit der Schere abgeschnitten und landet im Abfall. Dadurch hat man zwar mindestens 50 % Verschnitt, aber das Resultat spricht für sich.

Vorbildgetreu, wie z. B. entlang eines Bahndamms, kann man das Moos nun platzieren. Bis zur Baugröße H0 ist es nahezu maßstabsunabhängig, es muss eben nur auf die richtige Länge zugeschnitten werden.

Überzählige Büschel hebt man in einem luftdicht verschlossenen Plastikbeutel auf. So bleibt es auch nach längerer Verwahrzeit noch frisch und kann ohne weitere Behandlung sofort wiederverwendet werden.

Die Farbe kann – luftdichter Verschluss vorausgesetzt – über viele Monate verwendet werden. Es empfiehlt sich allerdings, sie bei erneuter Verwendung mit den selben Abtönfarben aufzupeppen und durchzusieben.
 



Schwierigkeitsgrad:▲
Materialbedarf: ▲
Zeitbedarf: ▲


Teile: 

  • - Islandmoos
  • - Glyzerin
  • - diverse Abtönfarben


Werkzeuge:

  • - Küchenmesser
  • - Plastikeimer (10 Liter)
  • - Rührstock
  • - Gummihandschuhe
  • - Fliegengitter
  • - Schere

So färben Sie Islandmoos richtig:

Mit einem einfachen Küchenmesser werden die Moosblöcke in handliche Stücke geschnitten

Mit einem einfachen Küchenmesser werden die Moosblöcke in handliche Stücke geschnitten.

Mit der Hand werden nur die feinen Verästelungen von den Moospolstern abgetrennt

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