Fachwerkhäuser herstellen

Rustikaler Holzbau: Historisches Flair entlang der Schiene erzeugen

Wer träumt nicht davon, das Flair einer kleinen Stadt mit Fachwerkhäusern auch auf der Modellbahn nachzubilden? Mit unserer Schritt für Schritt Anleitung wird dieser Wirklichkeit.
Rustikaler Holzbau: Historisches Flair entlang der Schiene erzeugen © Eisenbahnmagazin

Markant sind auch ihre Fassaden. Oft sind sie windschief und die Anordnung der Fachwerkbalken wurde regional unterschiedlich ausgeführt. Der Zwischenraum ist mit Stroh und Lehm ausgefüllt worden, einzig in Norddeutschland kann man auch Ziegelmauern vorfinden.

Inzwischen bietet die Zubehörindustrie zahlreiche Modelle von Fachwerkhäusern an, aber alle aus Kunststoff. Trotz gelungener Nachbildung der Originale wollen die Modelle nicht den Flair einer romantischen Fachwerkstadt wiederspiegeln. Das liegt unter anderem an den Kunststofffarben und der zum Teil sehr akkuraten Balkenkonstruktion und den geraden Dächern.

Tatsächlich haben sich bei alten Häusern die Dächer stark gesetzt und hängen deshalb etwas durch. Nicht selten hat man auch schon beim Bau krumme Balken genutzt. Diese markanten Eigenschaften kann man beim Selbstbau für sich umsetzen. Doch ein weiterer Grund im Selbstbau liegt in der uneingeschränkten Vorbildauswahl.

Oft kann man Baupläne vom Hauseigentümer erhalten oder man fotografiert die Fassaden ab und vermißt sie, um anschließend eine Ansichtzeichnung im gewünschten Maßstab anfertigen zu können. Und die braucht man, um Balken maßgenau und korrekt platzieren zu können. In der Regel reicht schon eine einfache Bleistiftzeichnung, die als Bauvorlage nochmals fotokopiert wird.

Der Holzskelettbau kommt zuerst

Der Selbstbau eines Fachwerks setzt kein großes Können vorraus. Einzig etwas Geduld wird vom Modellarchitekten abverlangt. Dafür wird er am Ende mit einem Hausmodell belohnt, das seinesgleichen suchen kann. Als Baumaterial verwendet man echtes Holz. Das hat gegenüber Plastikprofilen natürlich den Vorteil, dass die Holzmaserung perfekter nicht sein kann.

Dünne Vierkanthölzer mit den Maßen 3x3 und 4x4 mm kommen zur Anwendung. Die naturfarbenen Leistchen erhält man im Modellbaufachgeschäft oder in Bastelbedarf-Läden.

Die Oberfläche der Holzleisten kann unter Umständennicht ganz glatt sein. Durch die Bearbeitung mit Stahlwolle schmirgelt man abstehende Faserchen weg und erhält eine glatte Fläche. Die Leistchen sollten vor der Montage eingefärbt werden, am besten mit dunkler Holzbeize. Die füllt man in ein langes Reagenzglas, in das man auch zwei oder drei Holzleist-chen hineinstellt.

Dann verschließt man das Röhrchen und schüttelt öfters während des Einfärbevorgangs. Mit einer Pinzette entnimmt man die inzwischen eingefärbten Leistchen wieder. Die Länge der Leistchen wird direkt auf der Fotokopie ermittelt. Damit aber die Zeichnung durch die Feuchtigkeit nicht vorzeitig zerstört wird, erhält sie eine Schutzschicht mit transparenter Sebstklebefolie.

Mit einem scharfen Messer längt man die Leiste ab. Dazu legt man sie auf die Balkenandeutung auf der Zeichnung. Die Enden werden im vorgegebenen Winkel geschnitten. Dann legt man den nächsten Balken an. Nach dem gezielten Schnitt verklebt ein Tröpfchen Weißleim die Leistchen miteinander. Dann geht es weiter, die nächsten Leistchen folgen: Schritt für Schritt entsteht so das Fachwerk.

Das teilweise durchblitzende, helle Holz der Schnittkanten kann man nach dem Trocknen des Klebstoffs neu einfärben. Das nun fertige Holzskelett ist bereit zum Verfüllen der Zwischenfugen. Hier ist Gips sehr hilfreich, aber auch Plastikplatten mit Mauerwerksnachbildung können vor allem für norddeutsche Häuser verwendet werden. Wer mag, klebt zur Stabilisierung der Konstruktion das Fachwerk einer Wand auf eine solide Grundplatte mit passenden Fensteraussparungen, bevor er weiterbaut.
 



Schwierigkeitsgrad:▲▲
Materialbedarf: ▲
Zeitbedarf: ▲▲▲

Teile: 

  • - 3x3-mm-Holzleistchen
  • - Fassadenplan


Werkzeuge:

  • - Weißleim
  • - Tellerchen
  • - Wasser
  • - Stahlwolle
  • - Scharfes Messer
  • - Pinsel
  • - Pinzette
  • - tranparente Selbstklebefolie, z. B. Dezifix

Und so geht's:

Mit Stahlwolle wird die Oberfläche des Holzvierkant sauber verschliffen

Mit Stahlwolle wird die Oberfläche des Holzvierkant sauber verschliffen

Seiten

Tags: 
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Thermit- und E-Schweißen: Faller und Viessmann mit neuen H0-Sets

Thermit- und E-Schweißen sind die neuesten Innovationen bei Faller und Viessmann, die in beiden Fällen Zubehör und Lichttechnik miteinander verbinden.

Bahnhof Rotstein very british

Die Epoche III nach DB-Vorbild hat sich Dave Sallery als Anlagenthema für seine 400 cm x 120 cm messende H0-Anlage ausgesucht. Das Ergebnis ist erstaunlich: handlich,... weiter

Dachausbau: So erweitern Sie handelsübliche Bausätze

Werden Gebäude aus handelsüblichen Bausätzen entsprechend der Bauanleitung aufgebaut, so haben sie keine persönliche Note des Erbauers aufzuweisen. Wir zeigen Ihnen,... weiter