Holzunterbau für die Anlage herstellen

Segmentbau - Rahmenkästen für die Modellbahn

Beim Bau einer Modellbahn wird erst der Raum für die Anlage vermessen, dann kommt die Wahl des Themas.
Segmentbau - Rahmenkästen für die Modellbahn © Eisenbahnmagazin

Unbedingt sollte man sich über den Unterbau Gedanken machen, dessen Bauweise für die Anlage entscheidend ist. Man unterscheidet zwischen der klassischen Platten-, offenen Rahmen- oder der Segmentbauweise, wobei die erste Variante eigentlich nur für Spielbahner gedacht ist, die ihre Züge nur fahren sehen möchten.

Die offene Rahmenbauweise ist die bei Modelleisenbahnern am meisten verbreitete Unterbauart. Sie ermöglicht es, auch bei engen Raumverhältnissen kleine Kunstwerke zu schaffen.

Leider hat auch diese Anlagenform einen Nachteil, der sich bei einem Umzug in andere Räume zeigt: Die Anlage lässt sich nicht ohne Beschädigungen an Landschaft und Gleisen auseinandernehmen.

Auch das Vorstellen des Kunstwerks in der Öffentlichkeit, wie z. B. auf Ausstellungen, ist mit dieser Bauweise nicht möglich.

Dafür eignet sich der Segmentbau am besten, welcher im Prinzip dem Modulbau gleichzusetzen ist, aber die Vorteile des offenen Rahmenbaus und des Modulbaus in sich vereint.

Wie der Name schon sagt, besteht ein Segmentbau aus mehreren Segmenten, die nur in einer bestimmten Reihenfolge zueinander passen und mit einer Schraubenverbindung aufzustellen sind. Zusätzlich ermöglicht diese Bauweise auch das Bauen auf mehreren Ebenen.

Vorbereitungen für den Rahmenbau

Nachdem die Planung der Anlage abgeschlossen wurde, kann nun die Größe der Segmente auf der Zeichnung eingetragen werden. Diese ist auch von den eingebauten Weichen abhängig, d. h. ein Segment sollte nie auf einer Weiche enden, sondern entweder davor oder dahinter.

Die Gründe liegen auf der Hand: Weichen lassen sich nicht trennen (bewegliche Weichenzungen), und es entsteht schwierige Mehrarbeit, weil die Abzweigwinkel der Schienen wieder hergestellt werden müssen.

Die Höhe der einzelnen Segmente ist von der Anzahl der Anlagenebenen abhängig. Die Breite sollte so gewählt werden, dass man mit den einzelnen Segmenten durch Türrahmen und Hausflure ohne Beschädigungen hindurchpasst.

Sind diese Fragen alle geklärt, kann man eine Aufstellung für das Holz der einzelnen Segmente anlegen, um es anschließend beim Schreiner oder im Baumarkt einzukaufen.

Dabei ist zu beachten, dass die Rahmenbretter für die Seitenwände immer gleich groß gewählt und nur in Ausnahmefällen in der Höhe verändert sein sollten.

Für den Rahmenbau eignet sich nicht jedes Holz; am besten lassen sich Span-, Multiplex- oder Tischlerplatten verwenden, die zwar nicht billig sind, sich aber auf Jahre gesehen durch geringe Verformung bezahlt machen.

Nach der Beschaffung des Holzes steht dem Anlagenbau nun nichts mehr im Wege. Für das gute Gelingen ist auch der Einsatz des richtigen Werkzeugs entscheidend.

Die eingesetzten Hilfsmittel sind bei den meisten Hobbybastlern im Bestand zu finden: Akkuschrauber, Stichsäge, Winkelschleifer, Zollstock, Bohrer, Anschlagwinkel, und so weiter.

Der Bau eines Segments

Als erstes werden die Außenwände des Rahmens zusammengebaut. Dafür legt man die Bretter im rechten Winkel zueinander und richtet sie so aus, dass die Kanten gleichmäßig abschließen.

Mit einem kleinen Bohrer, der zur Schraubengröße passt, werden nun mindestens drei Löcher in eine der Seitenwände oder Kopfstücke gebohrt.

Damit die Schraubenköpfe nicht hervorstehen, sollten die Löcher vor dem Verschrauben mit einem Senker vertieft werden. Nun kann man die Stoßkanten mit Leim verkleben und die Schrauben in die vertieften Löcher eindrehen.

Nach der Fertigstellung des Rahmens kann nun die Deckplatte in den Rahmen eingelegt werden. Nach Überprüfung der Passgenauigkeit kann die Befestigung wie bei den Rahmenwänden erfolgen.

Die störenden Löcher der Schraubenköpfe kann man mit Spachtelmasse verfüllen und nach dem Aushärten glatt schleifen.

Damit die Segmente verwindungssteif bleiben oder werden (was abhängig ist von der Segmentgröße), werden zusätzliche Spante eingezogen.

Diese passt man von unten so ein, dass sie beim späteren Einbau der Weichenantriebe nicht im Weg sind. Als Orientierungshilfe dient der zuvor erstellte Gleisplan.

Befindet sich unter dem Segment eine Gleiswendel, so dass kein Spant eingezogen werden kann, sollte man den Rahmen mit Holzdreiecken über Eck versteifen.

Falls Ab- und Auffahrten oder Einschnitte auf dem Segment vorgesehen sind, müssen diese auch bei der Höhe der Spante mit eingerechnet werden.

Einschnitte lassen sich meistens auch nach dem Zusammenbau eines Segments noch herstellen. Dazu bohrt man mit einem Holzbohrer in den Ecken des geplanten Ausschnittes Löcher und sägt ihn mit der Stichsäge aus.

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