Abwechslungsreicher Fahrbetrieb durch Modell-Vielfalt

Überdimensionale Schiebebühne - Ein praktischer Abstellbahnhof

Abwechslungsreicher und in­te­res­san­ter Fahrbetrieb auf der Mo­dell­bahn hängt nicht zuletzt von der Anzahl der eingesetzten Züge ab.
Abwechslungsreicher Fahrbetrieb durch Modell-Vielfalt und einen Schiebebahnhof erreichen © Eisenbahnmagazin

Befinden sich diese Gleise unter der Anlage, so spricht man von einem Schattenbahnhof.

Er hat jedoch den Nachteil, daß bei Zugriffen auf Züge oder Wagen die Zugänglichkeit durch die meist geringe Höhe des „Kellergeschosses“ schwierig ist. Abwechslungsreicher und interessanter Fahrbetrieb auf der Modellbahn hängt nicht zuletzt von der Anzahl der eingesetzten Züge ab.

Sind mehrere Garnituren vorbereitet, so wird auch eine gewisse Gleiskapazität zum zeitweisen Abstellen gerade nicht verkehrender Züge benötigt.

Befinden sich diese Gleise unter der Anlage, so spricht man von einem Schattenbahnhof. Er hat jedoch den Nachteil, dass bei Zugriffen auf Züge oder Wagen die Zugänglichkeit durch die meist geringe Höhe des "Kellergeschosses" schwierig ist.

Fiddle-Yard

Als Alternative zum Schattenbahnhof bietet sich eine Lösung an, die in England und den USA als sogenannter Fiddle-Yard bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um einen Abstellbahnhof, dessen Parallelgleise sich auf dem Niveau der Modellbahnanlage befinden.

Sie werden über eine Mehr­we­ge­wei­che o.ä. erreicht. Im hier vorgestellten Abstellbahnhof befinden sich die Gleise auf einer großen Platte, die ähnlich einer Schiebebühne verschoben werden kann.

Auslöser für den Bau dieses Abstellbahnhofs war ein Endbahnhof-Diorama nach einem existierenden Vorbild in der Nenngröße N.

Da die Ein­fahr­wei­che unmittelbar am Rand des nur 1 Meter langen Moduls liegt, konnten keine Rangierfahrten stattfinden. So entstand ein weiteres Modul, auf dem mehrere verschiebbare Ausziehgleise das Rangieren bzw. Auswechseln von ganzen Zügen ermöglichen.

Die Grundplatte

Die Abmessungen des Grundbrettes wurden entsprechend dem vorhandenen Diorama auf 800 mm x 300 mm festgelegt.

Die Bühne entspricht mit einer Länge von 710 mm der Länge von Arnold-Flex­gleis­stücken. Insgesamt sollten sechs Abstellgleise nebeneinander auf der Bühne Platz finden.

Durch die Verschiebetechnik konnte auf die Ver­wen­dung von Weichen verzichtet werden. Die Ab­mes­sun­gen des gesamten Schattenbahnhofs können den Gegebenheiten entsprechend verändert bzw. anderen Nenngrößen angepaßt werden.

Kleben und Schrauben

Zum Verbinden der Bauteile mit Ausnahme der Schiebebühne diente Weißleim. Es ist aber auch möglich, die Klebetechnik durch den Einsatz von Schrauben, die in vorgesenkte Bohrungen eingelassen werden, zu ersetzen bzw. zu ergänzen. Als Unterbau dient ein Kiefernholzbrett mit den Abmessungen 800 mm x 300 mm x 18 mm.

Zuerst sind die Kanten allseitig mit mittelfeinem Schleifpapier zu be­ar­bei­ten. Die seitlichen Begrenzungen bilden zwei äußere Stirnleisten, die in der Breite der Grundplatte, also 300 mm, aus einer Leiste 43 mm x 18 mm geschnitten werden.

Auf diese Leisten werden 3-mm-Hart­fa­ser­strei­fen mit den Abmessungen 300 mm x 30 mm als Distanzstücke geklebt. Zwei gleichlange 43 x 18-mm-Leisten mit aufgeklebten Hartfaserstreifen bilden die inneren Begrenzungsleisten.

Die Bühne

Läuft alles zur Zufriedenheit, kann das Bühnenbrett zugeschnitten werden. Es besteht aus Kiefernholz (710 mm x 300 mm x 18 mm).

Auch hier werden, wie bei allen Leisten, die Kanten mit Schleifpapier geglättet, ehe die Bühne zwischen die Abdeckleisten eingepaßt wird. Dabei ist die Seite mit dem Gleisübergang besonders exakt zu bearbeiten.

An­schlie­ßend wird die Schiebebühne mit mindestens je drei Schrauben pro Seite auf die Schieber geschraubt. Wurde exakt gearbeitet, läßt sich nun die Bühne zwischen den Abdeckleisten bewegen.

Die Oberfläche

Die Abdeckleisten sowie die Schiebebühne erhalten einen Belag aus 3 mm dickem Kork zur Geräuschdämmung, der vor dem Verkleben dunkelbraun gefärbt wird.

Auf diesem Untergrund verlegt man die Abstellgleise sowie das Zufahrgleis. Die Gleise (Arnold-Flexgleis) werden parallel zueinander mit Hilfe eines Stahllineals ausgelegt und mit kleinen Nägeln fixiert.

Anschließend erfolgt die eigentliche Befestigung der Gleise mit Weißleim. In gleicher Weise wird mit dem Gleisstück verfahren, das die Verbindung zwischen Anlage bzw. Modul und Schiebebühne herstellt.

Um eine Ver­rie­ge­lung zu erhalten, können bewegliche Schienenverbinder vor­ge­se­hen werden. Eine quer am Ende der Gleise aufgeklebte schmale Holzleiste dient als Prellbock.

Die Stromversorgung

Die Fahrstromversorgung erfolgt über Schienenverbinder, da sich Arnold-Schienenprofile in herkömmlicher Weise kaum löten lassen. Sie werden auf die Enden der Profile aufgeschoben.

Die Kabel führt man durch Bohrungen neben den Profilen unter die Bühne, wo sie an Lötwösenleisten verschaltet werden.

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